Du hast eine handvoll Fotografen in die engere Auswahl genommen und allen eine Anfrage zukommen lassen. Schon landen die ersten Antworten in dein Email Postfach. Manche Fotografen sind vielleicht an eurem Wunschdatum nicht mehr verfügbar, aber zum Glück noch dein großer Favorit, dem du schon lange auf Instagram folgst. Gespannt öffnest du das Angebot…

…und traust erstmal deinen Augen nicht. Mit dieser Summe hattet ihr eigentlich nicht geplant. Ganz schnell machst du die Datei wieder zu und willst gerade wieder Google anschmeißen, um eine weitere Suche nach einem anderen Fotografen starten…Stopp! Bitte lies erst einmal hier weiter 🙂

Eine Hochzeit ist meistens kein Schnäppchen und es gibt neben dem Fotografen noch viele weitere Posten auf eurer Liste. Überlegt euch gerade zu Beginn der Hochzeitsplanung gut, wo eure Prioritäten liegen.

Im ersten Moment möchtet ihr vielleicht einen vergleichsweise günstigen Fotografen wählen, aber passt der- oder diejenige auch zu euch? Liegt ihr auf derselben Wellenlänge? Liebt ihr den Stil seiner/ihrer Bilder und könnt ihr euch vorstellen, mit ihm oder ihr einen ganzen Tag inklusive den intimsten Augenblicken zu verbringen? Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die besten Bilder immer dann entstehen, wenn ihr euch wohlfühlt und eurem Fotografen zu 100 Prozent vertraut. Eure Bilder werden dieses Gesamtpaket wiederspiegeln. Eine Hochzeit ist ein nicht wiederholbares Ereignis. Eure Bilder sollen euch euer ganzes Leben lang erfreuen und euch jederzeit wieder an diesen besonderen Tag zurück“beamen“. Da ist es doch umso wichtiger, dass ihr euch für den richtigen Fotografen entschieden habt.

Warum kostet ein Hochzeitsfotograf eigentlich „soviel“?
Ich denke, dass euch dieser kleine Einblick  in ein paar Fakten und Zahlen hilft, die Kalkulation eines Hochzeitsfotografen besser zu verstehen.

Eure Hochzeitsbilder sind das Endergebnis von vielen Stunden Arbeit und jahrelanger Erfahrung. Die Stunden, an welchen ich an eurem Hochzeitstag fotografiere, sind nur ein kleiner Teil des gesamten zeitlichen Aufwandes. Um euch ein Gefühl dafür zu geben, wie viel Arbeit insgesamt hinter eurer Hochzeit steckt, habe ich euch hier einmal beispielhaft meine Arbeitsschritte bei einer Hochzeitsreportage zusammengefasst.

Vor der Hochzeit:

  • Pflege meiner Homepage und Social Media Kanäle, damit ihr mich finden könnt und aktuelle Arbeiten zu sehen bekommt
  • Beantwortung eurer Anfrage
  • FaceTime/Skype Meeting mit euch
  • Vertragsvorbereitung
  • Weitere Rücksprachen mit euch wie z.B. Hilfe bei der Ablaufplanung
  • Vorbereitung der Kameraausrüstung

Am Hochzeitstag:

  • Anfahrt
  • Locationcheck vor Beginn der Hochzeitsreportage: Ich suche einen geeigneten Ort, an dem wir die Portraitbilder und Gruppenbilder machen
  • Begleitung eurer Hochzeit
  • Rückfahrt

Nach der Hochzeit:

  • Sicherung aller Daten
  • Sichtung aller Bilder und sorgfältige Auswahl z.B. Aussortieren von Bildern mit geschlossenen Augen, ähnliche Bilder etc.
  • Bearbeitung der übrigen Bilder in Lightroom
  • Erstellung eurer Onlinegalerie und Hochladen der Bilder
  • Bestellung und Versand von Prints
  • Buchhaltung

Wahrscheinlich habe ich den ein oder anderen Punkt hier ausgelassen, aber es geht hier gar nicht um eine super detaillierte Auflistung. Ihr merkt schon: Eine Hochzeit dauert für mich nicht nur die 8  Stunden oder mehr am Hochzeitstag selbst, sondern insgesamt 40 Stunden und länger. Die meisten Hochzeiten finden in Deutschland hauptsächlich von Mai bis September statt. Theoretisch könnte ich also an maximal 25 Wochenenden Hochzeiten fotografieren. Vorausgesetzt ich habe für jedes einzelne Wochenende eine Anfrage inklusive einer Buchung erhalten. Weil ich all meinen Hochzeitskunden Qualität auf einem sehr hohen Niveau bieten möchte und allen dieselbe Aufmerksamkeit schenken möchte, beschränke ich mich auf maximal eine Hochzeitsreportage pro Wochenende (Freitag bis Sonntag).

Noch kurz ein paar Zahlen…ein Selbstständiger muss im Vergleich zu einem Angestellten mindestens das 1,5-fache an Einnahmen generieren, um auf ein gleiches Niveau seines Nettoverdienstes zu kommen. Die Kranken- und Rentenversicherung müssen komplett selbst getragen werden und hinzu kommen viele weitere Ausgaben, wie z.B. eine Berufshaftpflichtversicherung, eine Versicherung für das Kameraequipment, Lizenzgebühren für Programme usw. …ach ja, das Finanzamt möchte natürlich auch noch einen nicht unerheblich großen Teil abbekommen. 😉 Wer gerne mal rechnen mag, kann sich also ausrechnen, was eine Hochzeitsreportage kosten muss, um auf den gewünschten Verdienst zu kommen (Verdienst geteilt durch Anzahl der Hochzeitswochenenden). Weitere Einnahmen außer den Hochzeitsreportagen z.B. Portraitshootings seien an dieser Stelle nicht berücksichtigt.

Nun aber genug mit all den Zahlen und Fakten. 🙂

Eure Hochzeitsbilder sind nicht nur heute ein Teil eurer Hochzeitsplanung, sondern eine Investition in Erinnerungen, die im Laufe der Zeit immer wertvoller wird. Wie unbezahlbar ist es, wenn eines Tages eure Enkel das Hochzeitsalbum von Oma und Opa in den Händen halten? Sie werden bis über beide Ohren strahlen, wenn sie eure Liebesgeschichte erleben dürfen, als wären sie live mit dabei gewesen. Wie viel mehr wird euch eure Entscheidung in 40 Jahren erst wert sein, wenn ihr heute lieber etwas mehr investiert? Daher lautet mein allerwichtigster Tipp an dieser Stelle: Entscheidet euch in erster Linie für euren richtigen Fotografen und erst in zweiter Linie nach der Höhe der Investition.

Ich freue mich über einen Kommentar von euch: Wie steht ihr zu diesem Thema?

Im nächsten Teil am kommenden Mittwoch #weddingwednesday 🙂 geht es um das Thema: „Wo könnt ihr nach eurem Hochzeitsfotografen suchen?“
Schau gerne wieder vorbei und nimm ein paar wertvolle Tipps mit.

Hier gehts zur Übersicht aller Themen der Serie „Der richtige Hochzeitsfotograf – Meine 6 Tipps für eure Suche“

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