Du bist als Fotograf*in vor jedem Termin super aufgeregt, die Stimmung ist irgendwie steif und das Shooting will einfach nicht so richtig in die Gänge kommen? Ich wurde von einigen angehenden Fotograf*innen gefragt, was sie denn tun könnten, um besser darin zu werden, Paare zu fotografieren.

Erst einmal ist es völlig normal, anfangs etwas unbeholfen zu sein. Als ich noch ganz am Anfang stand, war ich manchmal so aufgeregt, dass ich vor einem Fotoshooting oder einer Hochzeit kaum schlafen konnte. Ok, ich gebe zu dass das ab und zu auch heute noch vorkommt, aber das ist meistens ein sehr gutes Zeichen 🙂 Wenn du deine Arbeit als Fotograf*in mit Herzblut verfolgst, wünschst du dir wahrscheinlich über alles, deinen Kunden einen außergewöhnliches Erlebnis zu bieten und darüber hinaus Fotos, die sie sprachlos machen.

Und dann ist es endlich soweit: Das Shooting oder die Hochzeit stehen vor der Tür. Erst einmal herzlichen Glückwunsch! Aus einer riesen Auswahl an Fotograf*innen hat das Paar DICH ausgesucht. Die beiden vertrauen dir und du möchtest sie natürlich nicht enttäuschen. Vorab kannst du bereits einige Tipps für fotogene Outfits und Styling geben. Soweit so gut. Wie fängst du nun am besten an, damit der Weg für ein lockeres Shooting geebnet ist?

Verliebtes Paar am Strand


Erst reden, dann fotografieren

Es spielen viele Kleinigkeiten zusammen, damit deine Kunden sich vor der Kamera wohl fühlen. Gerade als Fotografen-Anfänger ist man mit den einzelnen Faktoren schnell überfordert: Da ist einmal die ganze Kameratechnik, die Location, das Licht und wie zum Himmel schaffst du es nun, dass dein Paar auch noch locker vor der Kamera posiert? Genauso steht das Paar wahrscheinlich zum allerersten Mal vor der Kamera und ist mindestens genauso aufgeregt wie du. Tu dir und deinen Kunden daher den Gefallen und lass die Kamera noch einen kurzen Moment in der Tasche. Redet erst einmal miteinander, finde Gemeinsamkeiten, stelle interessierte Fragen. Vielleicht habt ihr vorher schon telefonieren können, seid gemeinsam im Auto zur Location gefahren oder habt in Ruhe einen Kaffee getrunken. Durch das Gespräch schaffst du eine vertrauensvolle Basis, um die Stimmung langsam aufzulockern. Die ersten Gemeinsamkeiten sind gefunden und nun soll es aber endlich losgehen mit eurem Shooting. Stopp, du bist noch nicht fertig 🙂 Die Kamera hat noch kurz Pause, bevor es gleich los geht.

Verliebtes junges Paar


Diese 5 Dinge solltest du deinem Paar zu Beginn des Fotoshootings sagen:

1 – „Ist das euer erstes Fotoshooting?“
Wahrscheinlich antworten 95 Prozent der Paare auf diese Frage mit JA. Und genau das ist perfekt! Denn das ist die allerbeste Ausgangsbasis für euer Fotoshooting. Du hast die Ehre, deinem Paar alles beibringen zu dürfen, was es wissen muss.

2 – „Es ist völlig normal, dass es sich in den ersten 20 Minuten komisch anfühlt.“
Das geht allen so und ehrlich gesagt, sollte sich das Paar sogar ein wenig merkwürdig fühlen 🙂 Es ist nicht unbedingt eine Alltagssituation, am Waldrand vor der Kamera zu kuscheln. Keine Angst, es wird besser und nach den ersten 20 Minuten werden die beiden viel lockerer sein und die Kamera wird zur Nebensache.

3 – „Ihr könnt nichts verkehrt machen.“
Zeige dem Paar ganz genau, was es tun und wie es sich bewegen soll. Wenn auf irgendeinem Bild die Augen geschlossen sein sollten oder jemand schief schauen sollte, dann lösche es und keiner wird es jemals sehen.

4 – „Gibt es irgendetwas, auf das ich achten sollte? Habt ihr zum Beispiel eine Schokoladenseite?“
Also ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber ich habe eine Schokoladenseite. Und den meisten Mädels geht es da genauso. Manche mögen ihr Profil nicht so gern oder haben Bedenken, dass ihre Arme unvorteilhaft aussehen. Den Männern ist es meistens egal, von welcher Seite sie fotografiert werden. Durch diese simple Frage vermeidest du von Anfang an, in Fettnäpfchen zu treten und kannst eventuelle Unsicherheiten gleich aus dem Weg räumen. Einmal hatte ich einen Bräutigam vor der Kamera, der auf einem Ohr von Geburt an taub ist. Gut, dass ich anfangs diese Frage gestellt hatte, sonst hätte ich mich wahrscheinlich irgendwann gewundert.

5 – „Wir fangen mit ganz einfachen „Posen“ an, die jeder kann.“
Manche Posen erfordern mehr Vertrauen als andere, fange daher am besten mit einfachen Dingen an. Lass das Paar erst einmal nebeneinander stehen oder „spazieren“ gehen. Später kannst du mit etwas anspruchsvolleren Aufgaben weitermachen. Indem du mit einem leichten Level beginnst und die Aufgaben und Posen nach und nach steigerst, überforderst du das Paar nicht direkt und gibst ihm einen Chance, in das Gefühl des Fotografiert werdens hineinzukommen.

Hast du weitere Fragen? Dann schreib mir gern in den Kommentaren oder schick mir eine Nachricht über mein Kontaktformular. Ich wünsche dir viel Spaß und Erfolg beim Umsetzen!

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